Skate-Team-Flensburg
Speedskaten im TriAs Flensburg e.V.
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Norddeutsche Meisterschaften 2003
in Großenhain
17./18.05.2003
Großenhain wartete zum Glück mit besserem Wetter auf, als es für Norddeutschland angekündigt war und so wurden die Wettkämpfe nur Sonnabend am Abend und durch einen kurzen heftigen Schauer Sonntagmittag behindert.
Am Sonnabend wurden die Einzelstarts durchgezogen, dadurch waren nur wenige interessante Rennen zu sehen und der Tag war etwas zu lang. Andererseits ist die NDM für die Senioren die einzige Gelegenheit, sich mal im Sprint mit Lichtschrankenstart zu versuchen und darauf hatte ich lange warten müssen, war ich doch zu den letzten beiden NDM's krank gewesen.
Erste Flensburgerin auf der engen 150m Piste mit überhöhten Kurven war jedoch Maja, die ihre Sache ordentlich machte und mit 37,222 einen Vereinsrekord erlief. In ihrer Altersklasse konnte sie damit nur den 10. Platz erringen, aber ihre Konkurrentinnen sind fast alle alte Hasen und manche schon der Schrecken der Junioren und schneller als manche Kaderskaterinnnen der Aktivenklasse, die schnellste lief 31,991 Sekunden!
Dann musste Patty auf die Bahn. Sie hatte ordentlich mit wackeligen Knieen zu kämpfen und wird den Schiedsrichtern wohl immer in Erinnerung bleiben, weil sie meinte, sie müsse erst nochmal einen Schluck Wasser haben. Die engen Kurven ängstigten Patty, so dass sie nicht ihre volle Leistung zeigen konnte, 42,732, nur eine gute Sekunde hinter der 2. war aber so schlecht nun auch nicht, für das erste Mal - man bedenke, dass Patty erst seit dem Herbst aktiv mit dem Speedskating begonnen hat.
Ich hatte den besten Tag erwischt, den man als alte Tante so haben kann, mein Traumrennen, nicht durch Nervosität verpatzt, sondern es lief wie am Schnürchen. Ich wurde von allen Seiten angefeuert und knackte mit 37,398 den Deutschen Rekord der AK W50 und erhielt damit Gold. Es war einer von den wenigen Tagen, wo man das Gefühl hat, es klappt einfach. Das wurde mir auch von den Zuschauern bestätigt und das werde ich nie vergessen. Doch der Vereinsrekord von Maja blieb bestehen.
Holger, der ja ein schlimmes Problem mit dem linken Knöchel hat, lief seinen Striemel so sauber wie möglich durch, musste sich aber Igor Filatow aus Gera und auch knapp Hans Hansen aus Halstenbek geschlagen geben. Mit 37,660 wurde es dann Bronze.
Die Mittelstrecken (1.000 m für die Jugend, 1.500 m für die Frauen, 1.500 m für die Männer) und die Langstrecken (3.000 Frauen und 5.000 Männer - ja lacht nur - auf der Bahn ist das eine andere Belastung!) liefen dann ähnlich ab: Patty guckte sich alles zum Lernen erst mal in Ruhe an - konnte das letzte Rennen sogar ganz cool als Trainingsrennen betrachten und ihre Technik trainieren und bekam dafür noch 2 mal Bronze (auch dafür dass sie ihren inneren Schweinehund überwinden konnte). Sie war zwar gar nicht mit sich zufrieden und die Nerven beutelten sie arg, aber sie hörte von allen Seiten nur Ermutigendes, sogar die Bundestrainerin Katha Berg, die mich noch kaum je angesprochen hat, machte ihr Mut und bat uns, sie doch zum Weitermachen zu ermutigen. Sie hat ja gezeigt, dass bei ihr noch ne Menge drinnen ist.
Holger lieferte sich mit Hans wieder knappe Kämpfe, beim ersten Mal hatte Hans die Rolle vorne und beim zweiten Mal Holger (tatsächlich mussten in beiden Fällen die Zielfotos bemüht werden - insofern stimmen auch die Zeiten aus www.grv-skater.de nicht). Unschön war nur, dass Igor beim 5.000 m Rennen die ganze Zeit hinter Holger, der fast nur geführt hatte, lutschte, um dann eine Runde vor dem Ziel loszusprinten. Tolle Leistung. Dasselbe machte ein 30jähriger von Justitia Frankfurt, der auch nur hinten gelutscht hatte, um dann die Viertelstrecke vor dem Ziel loszusprinten. Er kam etwa gleich mit Hans und Holger rein und riss die Arme hoch - peinlich. Martin Franz erklärte Holger, dass es manchmal besser ist, statt des Zielsprungs (bei dem Hans ihn ja überholt hatte) ein paar Schritte mehr zu machen und das Bein nur leicht vorzuschieben. Beim 2. Rennen hatte Holger das beherzigt, der Erfolg gab ihm Recht. 2 mal Silber und einmal Bronze waren die Ausbeute. Es war überhaupt unglaublich, wie viel Zuspruch und Anerkennung wir alten Säcke von allen Seiten bekamen.
Ich war beim 1. 500 m Rennen so losgelaufen, dass ich hinterher einen blutigen Hals hatte (innen) und 2 Tage husten musste, weil ich Anschluss an die weiter vorn startende Führungsgruppe aus 30- und 40'erinnen suchte, doch auch mir war Justitia Frankfurt im Weg. Brita schaffte es, vor mir in die enge Kurve zu gehen und lief dann auf der Geraden dann immer in der Mitte, um in der Kurve ganz innen zu rollen. Als ich endlich an ihr vorbei war, war natürlich niemand mehr da und ich musste die ganze Strecken alleine laufen - immer die 30jährige Justitia im Nacken. Aber es reichte leicht für Gold. Die 3.000 ging ich deshalb verhaltener an, doch die Rennpsychologie machte es möglich (vielleicht sind Frauen auch einfach nur fairer und sie wollte mich nicht behindern?): ich ging vor Justitia in die Kurve und erreichte die Hauptgruppe, von der sich nur die überragende Ute Enger (30) abgesetzt hatte. Im Alleingang überrundete sie uns 2 mal! Als die Läuferin vor mir abbrach, verzichtete ich wegen meiner Bronchien auf den Versuch, sie zu überholen und Anschluss zu finden. Vielleicht hätte es ja auch gar nicht geklappt. Jedenfalls habe ich mich immer gezwungen, die Kurven durch zu übersetzen und so hörte ich irgendwann auch den Atem der Justitia nicht mehr. Wegen der Überrundungen war ich mir gar nicht sicher, wann ich aufhören sollte und lief, als die Skaterin vor mir aufhörte vorsichtshalber eine Runde weiter. Aber es waren wohl doch 20 Runden gewesen.
Maja's erstes Rennen lief besser als erwartet, obwohl es wegen der zu erringenden Punkte schnell war, blieb sie dran und kam als vorletzte in's Ziel, bekam also noch einen Punkt.
Richtig stolz auf sie sind wir aber seit dem 3.000 m - Lauf. Es war ein Ausscheidungsrennen und Maja musste von hinten starten. Sie ging sofort an die Spitze des hinteren Drittels, hielt voll mit dem Feld mit, in dem Spitzenskaterinnen wie Sabine Berg oder Stephanie Menge fuhren, und verbesserte ständig ihre Position. Sie hatte keine Scheu, mitten in die Masse der 11 Mädels zu fahren und wirkte wie eine von denen, obwohl sie noch nie so etwas gemacht hat. Sie guckte links und rechts und nahm jede Chance wahr, behauptete sich in Positionskämpfen und wir schrieen uns Runde um Runde die Kehle aus dem Hals. Bis sie dann in Runde 8 oder so, gerade als Larissa aus Halstenbek ausschied, stürzte und völlig geschockt war. Es war wohl weniger der körperliche als der seelische Schmerz, der sie so unglücklich machte, denn sie wäre noch lange nicht ausgeschieden. Sie blieb liegen und gab auf, wohl mehr, weil sie das Spiel noch nicht kennt. Rausgeflogen wäre sie dann sowieso, weil sie, auch wenn sie sich aufgerappelt hätte, nicht bis zur nächsten Ausscheidungsrunde wieder hätte in das Feld fahren können. Sicher hätte sie irgendwann auch nicht mehr mitgekonnt, aber damit, dass sie so losgeht, hätte man nie rechnen können. Majas technisches Talent haben wir ja immer gesehen, aber dass sie so kämpfen kann, solchen Überblick hat, das war vorher nicht zu erkennen gewesen. Schade, dass man sie hier nicht wirklich fördern kann.
Die Stimmung war, wie immer, grandios. Besonders die Rennen der Altersklassen ab Junioren B waren sehr spannend. Toni Deubner tanzte bei den Aktiven wieder durch das Feld der Mitstreiter, sprang von einer Außenpositon nach innen an die Spitze und keiner konnte fassen, wie er das macht. Im 10 km Rennen stürzte er und ihm gelang, was so leicht keiner schafft: er erreichte das Feld vor der letzten Ausscheidung und ging nachher als 2. über die Ziellinie, 2. Allerdings, weil ihn Georg Finsterbusch aus Großenhain behindert hatte. Tina Strüver, die im letzten Jahr unglücklich nicht für die WM nominiert worden war, dominierte die Aktivenklasse, spielte richtiggehend mit dem Feld und war etwas traurig, dass keine wahre Konkurrenz, wie z.B. Jana Gegner dabei waren. Diese war vom Team Powerslide verpflichtet worden, in Jever beim JBC zu starten. Im Junioren A -Rennen konnte man sehen, wie die Gera-Skater durch ihre Überzahl ein Rennen dominieren können. Franziska Fechner war nicht fit genug, die alte Strategie, "2 Skater nach vorne und 2 halten das Hauptfeld auf", zu durchbrechen und so fuhren Sandra Wieduwilt und Maritje Sell mit ständigem Führungswechsel vor dem Feld zum Sieg. Maritje durfte als erste über die Ziellinie - der Lohn für ähnliche Hilfsdienste anderen gegenüber. Das geht natürlich nur, weil Maritje stark genug für solche Manöver ist, und man muss wirklich sagen, dass sie auch technisch gewonnen hat und immer im vorderen Feld dabei ist.
Während der Wettkämpfe wurden wir von allen Seiten gefragt, warum nicht mehr Flensburger zu Bahnenwettkämpfen mitkommen. Ich muss auch sagen, dass ich das sehr schade finde. Insbesondere, was unsere eigene Landesmeisterschaft betrifft. Vom MTV Heide, inzwischen durch den Verlust vieler Sportler kein Wettkampfverein mehr, starten ALLE in Halstenbek. Immerhin muss man doch mal - jedenfalls im eigenen Land - Flagge zeigen. Es ist doch auch eine Möglichkeit, die Gemeinschaft zu pflegen und die paar Runden auf der 250m Bahn kann ja wohl jeder drehen.
(Karin Grön)
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