Skate-Team-Flensburg
Speedskaten im TriAs Flensburg e.V.
Startseite :: Speedskating :: Training :: Berichte :: Rekorde :: Sonstiges :: Kontakt-Impressum
Die Grönsche Winterskatesaison 2004
März 2004
Die Grönsche Winterskatesaison 2004 ... fing leider erst im Urlaub Ende Januar an. Anfang Dezember war Holger das 2. Mal am linken Bein operiert worden und so blieben die üblichen Winteraktivitäten auf der Strecke. Anfang Januar schmiss Holger dann den Gips weg und am letzten Mittwoch im Januar standen wir das erste Mal seit einem Jahr auf Langlaufskiern. Die Eisbahn in Inzell war nach dem Speedway noch gesperrt, weil das Eis erst wieder repariert werden musste. Wie immer war unsere erste Ski-Tour viel zu lang, dieses Mal aber nur, weil wir uns bei diesigem Wetter verirrt hatten. Ja, das kann schon mal vorkommen, wenn man den heimischen Kirchturm nicht sehen kann. Abends nahmen wir noch im Biathlonzentrum Ruhpolding an einem Skating-Kurs für Einheimische teil. Das was mein Waterloo. So blöd hab ich mich noch nie angestellt!

Ludwig-Schwabl-Stadion Inzell
Zum Glück konnten wir Donnerstag das erste Mal auf's Eis und ich hatte das Gefühl, ich konnte alles umsetzen, was ich so bisher gelernt und mir gedacht hatte. Es war gut, das zu genießen, denn in der folgenden Zeit wurde meine Technik immer schlechter. Der Senioren-Sprintwettkampf, zu dem ich gleich am ersten Wochenende teilnahm, war eine Katastrophe. Dass ich immer die Langsamste bin, weiß ich ja, aber so viel langsamer als früher... Meine Gegnerinnen waren überwiegend ehemalige Kaderläuferinnen aus Russland und Litauen. Wenn ich an Start dachte, waren die schon in der nächsten Kurve!
Trotzdem war es ein sehr schöner Wettkampf, weil wir wieder die alten Freunde trafen, und viele neue kennen lernten. Sogar 2 Amerikaner aus Milwaukee waren da. Sie erzählten, dass in ihrer Halle bis auf einen Sommermonat immer Eis sei. Ein Thema war natürlich die unglaubliche Leistung von Chad Hedrick, der für die Eisschnelllaufwelt unerwartet, in Hamar und sogar in Heerenveen triumphiert hatte. Die Amerikaner fanden Derek Parra sehr viel sympathischer und gönnten ihm mehr Erfolge als Chad. Das dürfte an Chads Karriere allerdings kaum etwas ändern.
Zwei Wochen dauerte unser Urlaub und wir nutzten ihn zum Training. Morgens möglichst auf's Eis und nachmittags eine Tour auf den Skiern. Das Wetter war meistens hervorragend, sogar mit zwei Föhnperioden recht angenehm warm, manchmal aber auch kalt und windig. Die Eisbahn liegt fast immer im Schatten und jeder Wind küselt um den Tribünen herum, so dass man meistens Gegenwind hat. Unser Landesfachwart aus Hamburg, Werner Krohn, und seine Frau Lous verbrachten ihren Urlaub zur gleichen Zeit in Inzell, so dass wir auch noch einen guten Trainer dabei hatten. Dazu muss ich sagen, dass wir in Hamburg im HEV sind, da wir ja Mitglied in einem Eislaufverein sein müssen.
An einem Wochenende wurde ein Wintertriathlon abgehalten: TriAsse wäre das nicht was? Laufen, Mountainbike durch die verschneite Gegend und 40 Runden auf dem Eis!
Dann war der Aufenthalt in Inzell zu Ende und es ging direkt nach Erfurt, wo wir beide zur Masters-DM (Senioren heissen jetzt Masters - auch auf Rollen) angemeldet waren. Die Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle empfing uns mit einer ungewohnten Wärme und hervorragendem Eis. Wieder gecoacht von Lous und Bodo, einem ehemaligen Sprintweltmeister aus München, schaffte ich es, alle meine Bestzeiten zu verbessern. Holger gelang das nicht, was kein Wunder im ersten Wettkampf und so kurz nach der Operation ist. Auch Gunda lief einen Qualiwettkampf mit und Andre Unterdörfel und Björn Oltmer, die manche vielleicht von den Rollen kennen, konnten sich hier einen Startplatz für den Weltcup erkämpfen. Die Ergebnisse können Interessierte auf der Seite www.desg.de/results.php finden. Ihr wäret erstaunt, welche Zeiten sogar 70jährige noch erreichen!
Übrigens trafen wir auch Stefan Haueisen wieder, den einige von Euch ja auch von den Rollen kennen. Stefan hat inzwischen 2 neue Herzklappen, ist wieder total fit und genießt das. Und er ist unheimlich gut auf dem Eis geworden.
Danach ging es nach Hause und 4 Wochen waren nun zu überbrücken, bis zu unserem letzten Saisonwettkampf auf dem Eis. In der Halbzeit fuhren wir einmal nach Berlin, um auf den Eisbahn ein bisschen aufzufrischen.
Trotzdem gingen wir etwas beklommen in den Wettkampf. Die Halle kam uns in diesem Jahr aber viel angenehmer vor, heller und auch etwas weniger kalt.
Zum 9. Masters Cup auf der Bahn in Hohenschönhausen waren wieder viele Niederländer, Norweger, Schweizer und Russen angereist. Wie immer lief alles wie am Schnürchen ab. Die Frau, die uns am Start betreute, meinte, die Senioren-Wettkämpfe würden immer am meisten Spaß machen. Allerdings hatte da gerade Birgit Schöfisch ihren Fehlstart mit ihrer typischen wilden Lache kommentiert. Was wäre das Eislaufen bloß ohne Birgits Lache? Zwischen den Rennen wird in den Kabinen auf internationaler Ebene ordentlich gescherzt und gelacht. In den Rennen wird dann aber alles gegeben und man findet in allen Altersklassen Sportler, die unvorstellbare Leistungen zeigen, wobei die Niederländer und die Norweger führend sind. Aber auch wir, wie alle Anfänger, werden akzeptiert und die anderen würdigen, wenn wir uns ein Stückchen weiter entwickelt haben, obwohl wir von einer akzeptablen Technik noch weit entfernt sind. Ich hatte nach 3 Strecken (500 m, 1.000 m und 1.500 m) Angst vor den 3.000 Metern, weil meine Muskeln schon so schmerzten. Aber ich wurde aus allen Ecken angefeuert und es wurde ein richtiges Vergnügen. Vielen Dank an alle dafür. Da ich diese Strecke zum ersten Mal lief, war ich sie vorsichtig angegangen und konnte mich in den knapp 9 Runden leicht steigern. Sowieso war ich happy, denn die 1.000 m war ich noch etwas schneller und mein Ziel, die 1.500 m unter 3 Minuten zu drücken, habe ich auch erreicht. Die 500 unter einer Minute, die 1.000 unter 2 Minuten, hatte ich schon in Erfurt geschafft.
Holger war auch zufrieden, weil er seine Leistungen von Erfurt verbessern konnte und das erste Mal die 5.000 m laufen durfte.
So trugen wir Quietschis zu den Erfolgen unserer kleinen Hamburger Gruppe bei, die mit 2 ersten Plätzen, einem 2. und einem dritten nach Hause fahren konnte.
2 Wochen zuvor war Werner Krohn übrigens gegen starke niederländische Konkurrenz Weltmeister bei den 70jährigen geworden (und wer glaubt, dass das nix ist, der sollte sich die Zeiten mal ansehen!) und Stefan Haueisen schaffte Bronze!
Zur Siegerehrung durften wir dann sogar auf Schuhen über das Eis gehen, weil die Maschinen schon abgestellt waren. Witzig war, dass die Schuhe nicht rutschten, sondern auf dem Eis klebten. In der Wartezeit erfuhr man viel von den anderen "Verrückten", die vom Eislaufen so fasziniert sind, dass sie Kosten, Entbehrungen, Schwierigkeiten, großen Aufwand und sogar Schmerzen in Kauf nehmen. Ein Gespräch mit der Russin Galina eröffnete mir ganz neue Perspektiven: als alleinerziehende Mutter muss sie jeden Tag des Jahres (bis auf 2 Neujahrstage) arbeiten, um ihr Leben zu finanzieren. Als unerhörten Luxus konnte sie sich dann noch ein paar Tage unbezahlten Urlaub in Deutschland und Holland zum Eislaufen leisten. Diese Tage geben ihr so viel Kraft, dass sie ihre Arbeit weiter durchhalten kann, sagte sie.
Ein Tipp zum Abschluss: wer an den Bestzeiten von irgendeinem deutschen Eisschnellläufer interessiert ist, findet diese unter: www.desg.de/skater.php.
(Karin Grön)
© 2003-04 by TriAs Flensburg