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14. Internationale Geraer Rollsporttage

Geraer Rollsporttage -
Bahneinweihung mit hochklassigem, internationalen Wettkampf

05./06.06.2004

Internationale Geraer Rollsporttage 2004 Internationale Geraer Rollsporttage 2004

Internationale Geraer Rollsporttage 2004 Internationale Geraer Rollsporttage 2004

Vor den Wettkämpfen stand das Quartiermachen. Ca. 500 Teilnehmer aus ganz Deutschland, vielen osteuropäischen Staaten von Polen, Slowenien, Ungarn, Tschechien und Rußland plus Dänemark kamen zusammen und so wurde es eng um die Bahn herum. Wer rechtzeitig kam, konnte seinen Pavillon auf den Tribünen aufbauen - im Regen. Wir hatten Glück, die Berliner überließen uns ein Feld, das sie sich bereits gesichert hatten. Dadurch hatten wir prima Aussichtsplätze und einen gepflasterten Boden, nicht unwichtig auf der durchweichten Kleie.

Wegen des Regens hatten wir auf der Bahn nicht trainieren können, und die ungewohnte Bahnüberhöhung stellte große Anforderungen an unsere Muskeln. Leider hatten wir uns auch nicht richtig warm laufen können, es ist nicht jedermanns Sache, gleichzeitig mit einem bunten, dichten Sportlermix aus allen Leistungs- und Altersstufen von Anfängern bis zum Topsportler gemeinsam über einen 200 m-Bahn zu heizen oder auch zu bummeln. In der Masse fielen nur die 50 Danebrog-Rennanzüge in Reihe besonders auf, die wohl Danish Dynamite demonstrieren sollten.

Natürlich konnten wir uns für unsere Kiddies keine Chancen ausrechnen, allerdings hatten wir mit solch einem hochklassigen Wettkampf auch nicht gerechnet. Wer bei den NDM in Halstenbek noch relativ locker gewinnen konnte, musste hier hart kämpfen, um im ersten Drittel zu bleiben. Angereist war nicht nur die nahezu komplette deutsche Spitze, sondern auch viele junge osteuropäische Talente und die erwähnten Sportler vom dänischen Nationalteam.

Aus Vereinssicht am interessantesten war das Rennen von Kristian, der beim schnellen 3.000 m Punkterennen in der 23-Kopf starken Gruppe bis in das vordere Drittel hochfahren konnte, bis in den letzten Runden auch bei ihm die Kurven ihren Tribut forderten. Schade, da fehlen uns einfach die Vergleichs- und Trainingsmöglichkeiten, aber insgesamt erreichte Kristian immerhin den 14 Platz, national wäre es sogar der 8. gewesen.
Über Jens, Kristine und Finn lässt sich vor allem sagen, dass sie ihr Fell so teuer wie möglich verkauft haben. Sie kamen fast immer gut vom Start weg und hielten mit den Gruppen mit. Jens konnte sogar einen Trick umsetzen, den Holger ihm kurz zuvor erklärt hatte: aus der Kurve nach außen tragen lassen und von der Erhöhung hinunter in die Gerade. Das brachte ihn einen Platz nach vorne. Über 300 m wurde er 7. Von 13 und im 1.000 m Rennen 11. Ähnlich waren Kristines Ergebnisse. Mit den Ergebnissen der Geschicklichkeitsläufe kann man allerdings kaum zufrieden sein. Nur Finn konnte mit einem 12. von 15 Plätzen das Schlußlicht vermeiden.

Wenn man sieht, wie die Kinder aus den großen Vereinen beim Startschuss von der Linie schnellen, und mit welchem Einsatz sie losstürmen, dann fehlen einem die Worte. Das Niveau war nahezu das einer Europameisterschaft und selbst die Vereine, das mussten auch die Berliner und Geraner feststellen, die in Halstenbek bei der NDM noch dominiert hatten. Besonders in den Kinder- und Jugendklassen wird in den nächsten Jahren mit den osteuropäischen Vereinen zu rechnen sein. In den Aktivenklassen hingegen waren die deutschen Sportler Top. Gesamtsiegerin wurde Tina Strüver aus Halle, 2. Jana Gegner aus Berlin und 3. Dennise Keßler aus Gera. Bei den Herren mussten Daniel (1.) und Benny (3.) Zschätzsch einen Platz zwischen sich für Tony Deubner frei machen, der es hier allerdings auch schwerer hatte, als in Halstenbek.

Mit dem Wettkampf sollte die neue Bahn eingeweiht werden und wegen der vielen zu erwartenden Politiker, die sich alle gerne "äußern" wollten, fand die Eröffnung dann erst am Abend statt, als wir unsere Wettkämpfe bereits hinter uns hatten.
Die Eröffnungszeremonie wurde umrahmt vom Auftritt einer Schalmeienkapelle, die unerwartet fetzige Musik machte. Die Mutter von Frank Poetzsch ("Poetzschi") und Tina Strüver aus Halle, Franzi Fechner aus Berlin und immer mehr andere legten dazu als Tanztruppe eine Supershow hin. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Wolken, die am Freitag und am Sonnabendmorgen für eine nasse Bahn gesorgt hatten, längst verzogen und die nachfolgenden Wettkämpfe sollen sehr spannend gewesen sein. Die Kinder mussten allerdings ins Bett und so waren wir schon ins Hotel gefahren.

Internationale Geraer Rollsporttage 2004 Internationale Geraer Rollsporttage 2004

Am Sonntag mussten wir wieder früh erscheinen, weil als erstes die Geschicklichkeitsläufe durchgeführt wurden. Auch hier waren wir überrascht, mit welchem Können und Einsatz die Kleinen so fuhren. Allerdings hörten wir auch recht häufig, welchen Druck manche Eltern auf ihre Kinder ausüben. Durch die großen Trainingsgruppen entwickelt sich natürlich auch eine Eigendynamik, die man eher begrüßen kann, als den übertriebenen Ehrgeiz der Eltern. Nicht selten gab es nur deshalb Tränen, weil ein Kind nicht gewinnen konnte.

Unsere Kiddies waren an den Rennen sehr interessiert - kein Wunder, da wurde ihnen ja richtig was geboten. Sie haben eine Menge Erfahrung sammeln können und gelernt, sich in großen Starterfeldern zu behaupten. Alle ließen sich nicht einschüchtern, sondern kämpften und bekamen bzw. behielten trotz der hochklassigen Konkurrenz Spaß am Wettkampf. Ohne Spaß darf es bei Kindern nun wirklich nicht laufen. Der nächste Wettkampf in Aarhus wird zeigen, wie es bei einem etwas durchschnittlicheren Niveau aussieht.
Am 2. Tag hatten dann auch Holger und ich heraus, wie man auf dieser Bahn laufen muss und es gab auch genug Einlaufzeit. Holger konnte sich über den ersten Platz in seiner AK freuen und ich mich auch, weil ich zwar alleine gewertet wurde, aber in der Spitzengruppe der 30 - 40jährigen mithalten konnte.

Die Anlage, die noch etwas unglücklich in einem Industriegebiet liegt, soll eines Tages in eine Parklandschaft eingebettet sein. Ob das aber ein wirklicher Park oder eher ein Industriepark sein wird, ist uns nicht klar geworden, denn das Kraftwerk im Hintergrund wird sicher nicht abgerissen werden.

Man muss die Geraner bewundern, wie sie unter widrigen Bedingungen (Regen bis in den Sonnabendvormittag, Matsch, ausgefallene Zeitmessanlage am Sonntag), diesen umfangreichen Wettkampf durchgezogen haben. Schiedsrichter und andere Helfer waren bis spät abends auf dem Platz und Sprecher Uwe Berg verlor auch nach Stunden weder die Stimme noch den Überblick.

Nachdem wir die spannenden Punkterennen der Junioren und Aktiven bewundert hatten, trat Kristian zu seinem letzten Rennen an. Er bestätigte auch in diesem Rennen seine Platzierung. Immerhin konnte er dranbleiben.
Zum Glück konnten wir wegen unseres langen Weges mit der Billigung der Geraner die Siegerehrung schwänzen und uns mit 2 Pokalen gegen 17:00 Uhr auf den Weg nach Hause machen.

(Karin Grön)

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