Skate-Team-Flensburg
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Zu den Einzelheiten:
Dänische Meisterschaft und internationaler Grand Prix
Eingeladen waren wir zur Teilnahme am Grand Prix. Dass gleichzeitig die Dänischen Meisterschaften ausgetragen wurden, haben wir nicht erfahren oder übersehen.
Bei der Zusammenlegung solcher Wettkämpfe kann man unmöglich allen Sportlern gerecht werden, denn wie in Deutschland werden die EM-Teams nach den Ergebnissen der Meisterschaften ermittelt. Naturgemäß stehen deshalb die Abwicklung der für die Entscheidung wichtigen Wettkämpfe und Ergebnisse im Vordergrund.
Für die Gäste führte das häufig zu Ratlosigkeit. Wetter- oder auswertungsbedingte Programmänderungen wurden nicht klar angesagt und es wurden z.T. sogar die Ergebnisse der ausländischen Sportler nicht genannt. Bei den gemischten Renngruppen wurde nicht deutlich, wer mit wem gewertet wird und nach welchen Kriterien die Wertung erfolgen würde. Die Schiedsrichter wiederum gingen bei jedem Start neu auf die ausländischen Sportler ein und erklärten den Verlauf in der jeweiligen Sprache.
Angereist waren aus dem Ausland allerdings nur 2 Schweden, 3 Bremer, außerdem Reinhard Wagner und Mirja de Vries (Halstenbek), Harry de Vries (Heide) und wir mit 4 Flitz-Kids und 2 erwachsenen Sportlern.
Klasseneinteilung
Zu berücksichtigen waren bei der Renneinteilung die Leistungsgruppen von C (Anfänger) über B (Fortgeschrittene) bis A. Diese Einteilung, die es bei uns nicht gibt, sorgte für viele gemischte Klassen, denn die noch dünne "Skaterdecke" in Dänemark gibt kaum genug Teilnehmer für homogene Klassen her. Während man meistens versuchte, mehrere Altersklassen einer Leistungsgruppe zusammen starten zu lassen, musste ich mit einem Klassenmix ab Juniorinnen C starten. Ein gefährliches Unterfangen, wie sich zeigen sollte. Und die zunächst versprochene Einzelwertung für die Altersgruppen gab es dann doch nicht, wie die Ergebnisliste zeigte.
Unsere Kleinen hingegen hatten wir in "A" gemeldet, wie es bei uns selbstverständlich ist. Finn Nielsen, der erst seit kurzem ernsthaft skatet, hätte besser in C starten sollen und Jens Nielsen in der Gruppe B.
Streckenlängen und Bummelrennen
Die ausgeschriebenen Strecken waren viel zu lang. Während bei uns im Wettkampf die Schüler B (Kristine Grahmann und Finn Nielsen 8 Jahre) keine längeren Strecken als 300 m laufen dürfen, mussten sie in Aarhus 500 m ("Sprint"!), 1.000 m und 1.500 m bewältigen. Jens (Schüler A) darf maximal 1.000 m skaten, für ihn waren bis zu 2.000 m vorgesehen. Holger meldete die Kinder deshalb schriftlich für die Langstrecken ab. Wir erhielten aber keinen Hinweis, dass die Kinder damit kaum noch Chancen in der Grand Prix Gesamtwertung hatten.
Die kleinen A-Dänen waren unseren Kindern auf den kürzeren Strecken überlegen, man könnte daraus schließen, dass die langen Strecken gut für die Kinder seien. Doch nach den Erkenntnissen, die in Deutschland beachtet werden, wird bis zur Pubertät der Entwicklung der Sprintmuskulatur Vorzug gegeben, danach ist "der Zug abgefahren". Man geht auch davon aus, dass längere Strecken durchaus bewältigt werden sollen, aber nicht in einem Wettkampftempo. Das Wort "Wettkampftempo" bekam bei den langen Strecken dann auch eine ganz eigene Bedeutung. In den jüngeren Gruppen, in denen durchgehend nur 3 Skater am Start waren, wurde in Schlangenlinien über die Bahn gebummelt. Niemand wollte führen, der Führende konnte einfach nicht nach hinten gelangen und letztlich wurden die Meistertitel dann in 200 m Sprintentscheidungen vergeben. Dafür bräuchte der Zuschauer keine so langen Rennen durchzustehen.
Weitere Bummel-Sprint-Entscheidungen gab es in der Altersklasse 30 und nichts konnte die Juniorinnen und Seniorinnen (Aktivenklasse) beim 15.000 m Ausscheidungsrennen toppen. Zusammen gestartet, waren nach kurzer Zeit nur noch 2 Juniorinnen und 2 Seniorinnen im Rennen, von denen die jeweilige Sara versuchte, um keinen Preis je vorne zu fahren. Am eindrucksvollsten gelang dies der Seniorin Sara Bak, die es schaffte, 73 Runden lang allen Versuchen von Cathrine Grage zu widerstehen, sie an der Führungsarbeit zu beteiligen oder sie abzuhängen. Sie war sich trotzdem nicht zu fein dafür, dann an der ausgepumpten Cathrine vorbeizusprinten, um ihren dritten Meistertitel zu kassieren und dann sich anbiedernd um die enttäuschte Kämpferin herumzutanzen.
Gute Leistungen der dänischen Sportler ...
Dagegen zeigten die Männer im Senioren- und Juniorenbereich hervorragende Leistungen. In diesen stärker besetzten Klassen waren Bummelrennen nicht möglich, im Gegenteil wurde hart gekämpft, was aber auch einige unnötige Unfälle zur Folge hatte. Besonders sind uns, die wir nur wenige Sportler namentlich oder persönlich kennen, die Leistungen im Sprintbereich aufgefallen. Hier konnten gleich 4 Herren den dänischen Rekord vom letzten Jahr brechen und mit Zeiten unter 28 Sekunden bewegen sie sich auf ordentlichem Niveau. Rasmus Steffensen und Steven Madsen, die ja auch in Deutschland bekannt sind, starteten "hoch" in die Seniorenklasse, der eine aus den Junioren, der andere aus der AK 30. Schon in Gera hatten sich einige Sportler in den hochklassigen Feldern behauptet, man kann also von einem sehr guten Niveau sprechen. Namen wie Christian und Peter Hartz, Lasse Wilms und Olver Sundberg sollte man sich so langsam merken.
... und von TriAs ...
Aber auch bei uns gab es erwähnenswerte Leistungen, obwohl auch dieses Mal die Einstellung auf die etwas "schwergängige" Bahn nicht allen leicht fiel. Kristine konnte in ihren 2 Rennen 2 mal den 3. Platz belegen und bekam trotz des Streichers über 1.500 m die GP-Bronzemedaille.
Kristian, der in den ersten beiden Rennen den 4. und den 6. Platz belegt hatte, bekam für die 3.000 m die Order, auf keinen Fall die Bummelrennen mitzufahren und ging gleich bravourös nach vorne. Nutzten die dänischen Sportler die unerwarteten Leistungen des Freiwilligen zunächst dankbar, kamen ihnen dann offensichtlich Zweifel, ob sie sich das bieten lassen sollten. Sie gingen vorbei und Kristian hängte sich hinten dran. Nach einem kleinen Durchhänger wagte er in der vorletzten Runde aber einen zweiten Versuch und ging in der Kurve in einer sich bietenden Lücke innen an den hinteren Läufern vorbei. Dann wurde es jedoch eng, Kristian bekam Schienen- oder Rollenkontakt und wurde gefällt. Der Unfall sah gar nicht gut aus. Helm kaputt und 2 Abschürfungen waren die Folge seines Wagemuts. Eine Lektion über das Verhalten bei nicht ungefährlichen Manövern wird sich im nächsten Training anschließen.
Auch Reinhard, Harry und Holger mussten 75 Runden (15.000 m) laufen. Wegen der wenigen Teilnehmer kam es in der Runde 73 zur ersten Ausscheidung, die Holger traf, obwohl er als einziger 50er im Rennen eigentlich extra hätte gewertet werden müssen. Spannend sind 75 Runden mit 7 Läufern, von denen einer schon früh aufgibt, natürlich nicht gerade.
Reinhard war im 1.000 m Rennen gestürzt und verzichtete wie ein Däne auf den letzten Start, es blieben nur 5 Läufer und so einigten sich Holger und Harry darauf, kein 5.000 m Bummelrennen zu akzeptieren. Holger ging gleich nach vorne, Harry wechselte ihn ab. Doch die meisten Punkte bekamen Lars Thomsen und Patrick Eggers, die dann überholten; Holger und Harry liefen im Team und bekamen abwechselnd die Punkte für den dritten Platz. Sie freuen sich über ihre jeweiligen Bestzeiten von 9:40,37 und 9:40,75 min und beinahe hätten sie Patrick wieder eingeholt, der trotz seines Schwächelns wie immer ein Lächeln auf den Lippen behielt.
... und nochmal Arbeit für die Samariterinnen
Ich hatte gedacht, na egal, warum nicht mit den Anfängern starten, Hauptsache überhaupt laufen. Doch das war ein Fehler. Während ich in den ersten beiden Rennen einfach nach vorne gefahren war und damit unangefochten gewonnen hatte, wollte ich die 2.000 m mal zusammen mit der Gruppe fahren und eine nette Schwedin unterstützen. Dagegen hatte aber die C-Juniorin Charlotte Nielsen vom Verein FRISK etwas einzuwenden. Während ich in einer Kurve in der Lücke innen vorbeiskatete, griff sie zuerst meinen Arm, dann nach meinem Rücken. Zum Glück ist sie am glatten Anzug "afglitscht". Doch in der nächsten Kurve gelang es, sie setzte zum Überholen an und trat mir voll in die vordere Rolle (sicher eher Unfähigkeit als Absicht), wie der blaue Strich auf meinen gelben Rollen beweist. Nach kurzem Kampf mit der Schwerkraft ging ich dann zu Boden, Ellbogen und Hosenboden in Mitleidenschaft gezogen vom Rücken wollen wir lieber nicht sprechen. Mühsam rappele ich mich auf, um die anderthalb verbliebenen Runden als Vierte zu beenden.
Auf meinen Vorwurf, was dieses zweimalige unfaire Verhalten solle, meinte der Begleiter unschuldig: "Sie hat EINE Verwarnung bekommen" na toll! Dann darf man das, oder wie?
FAZIT: nie wieder mit C-Läufern, auch wenn die anderen nett und fair waren und es blieb trotzdem beim ersten Gesamtplatz.
Das Drumherum
Patrick Eggers hatte uns in Aarhus empfangen und betreute uns immer wieder mit kleinen Hinweisen. Die Versorgung war bestens, mittags wurden für jeden 2 lecker belegte Rundstykker angeliefert und Sonnabendabend gab es Essen in der Schule: Roastbeef mit Kartoffelgratin und Salat. Wer wollte, konnte am nächsten Tag auch frühstücken. 5 Verpflegungspakete waren im Startgeld enthalten! Wir mussten nur eines bezahlen.
Es war schon gut, dass die gesamte Familie Nielsen und ich (ein bisschen) dänisch sprachen, natürlich können nicht alle Ansagen übersetzt werden, und es machte auch Spaß, mal wieder ein wenig zu üben.
Insgesamt gesehen würden wir gerne wieder in Aarhus starten, aber nicht, wenn der Wettkampf gleichzeitig mit Dänischen Meisterschaften stattfindet. Auch würden wir uns die Strecken und die Klasseneinteilung vorher näher ansehen.
(Karin Grön)
Download Ergebnisliste International Grand Prix 2004, Aarhus (PDF-Datei 13 KB)
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