Skate-Team-Flensburg
Speedskaten im TriAs Flensburg e.V.
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Deutsche Meisterschaften 2005 in Jüterbog
16.-19. Juni 2005
Jaaa! Endlich Gold für Holger Grön bei DM in Jüterbog
Um es vorweg zu nehmen: Holger ist happy. Das erste Mal hat er Gold bei einer Bahn-DM erreicht - und vor allem, er hat sich nicht (nur) wieder von Roland Schwarz aus Darmstadt abzocken lassen! Doch dazu später.
Donnerstag sind wir in den Fläming gefahren - über den Ort "Altes Lager", das erwähne ich nur, damit Ihr vor den dortigen Wegelagerern gewarnt seid. Zack! Blitzt es uns mal wieder an. Zwischen lauter 70-Schildern muss mal kurz im Ort 50 gefahren werden - die doofen Touris übersehen das natürlich leicht. Also erst mal ärgern. Dann durch Jüterbog durch und im 31 km entfernten Hotel in Dahme eingecheckt - im Alten- und Pflegeheim - ach, wie passend, denkt Ihr sicher - aber im Hotelbetrieb im oberen Stock. Wie alle Orte im Gebiet ist auch Dahme durchgehend Kopfstein gepflastert. Zweistöckige Häuser umgeben einige eindrucksvolle Großbauten, wie z.B. eine Schlossruine und das Rathaus, das mit seinem großen Turm und den ziselierten Säulen etwas disneymäßig wirkt.
Dann durch weite offene Landschaft mit schönen Baumalleen wieder zurück nach Jüterbog. Die SkateArena findet man am besten, wenn man den Schildern "Reitstadion" folgt, das war die Anlage nämlich einmal. In der Arena erwarten uns schon die Kahlos - Skaterengel Angela und der BESCHAZ (bester Schiedsrichter aller Zeiten) Bernd. Außerdem sind schon einige Halstenbeker und auch andere Bekannte da.
Wir packen schon mal die Skates aus. Puh - die überhöhten Kurven der 200 m - Ovalbahn gehen auf die Oberschenkel und die lummerige Wärme lässt uns nach kurzer Zeit tüchtig schwitzen. Aber die Anlage selbst ist nur vom Feinsten - durchsichtige Banden - in den Kurven dicke Polster wie im Eisschnelllauf, fest installierte Zeitmessanlagen. Abends essen wir in den Tetzel-Stuben. Das ist ein uriges, witzig restauriertes Lokal in einem Fachwerkhäuschen, das sich an einen Rest der Stadtmauer anlehnt. Vom Garten aus sieht man auf den Wehrgang. Das Essen ist gut und preiswert.
Am nächsten Tag geht's gleich morgens wieder auf die Bahn. Ein bisschen trainieren, dann gehen wir schnuppern auf dem an der Anlage vorbeiführenden Fläming-Skate. Wir sind sofort begeistert (siehe dazu extra-Bericht). Mittags gehe ich zum Wurststand, rechne damit, ne pappige Wurst zu essen - aber Überraschung: es werden Salate angeboten. Ich wähle den Mozzarella-Tomaten-Salat und er ist unglaublich lecker - frisch zubereitet. Woher haben die bloß Tomaten, die so sonnengereift schmecken, wie Tomaten schmecken sollen?
Nachmittags beginnen dann die 300 m Einzelsprints. Insbesondere die Männer stoßen im Kurvenauslauf fast gegen die Matten. Erster wird Matthias Schwierz bei den Männern und Jana Gegner bei den Frauen. Auch die 30'er dürfen starten: Christian Gerhard aus Halstenbek läuft zwar eine unerwartet gute Zeit, verpasst aber das Treppchen.
Am Sonnabend beginnen die Wettkämpfe mit Massenstart. Ich natürlich gleich morgens nach den Aktiven. Eine AK 50 gibt es nicht, als einzige werde ich mit den 40ern gewertet und wir starten mit der AK 30. Nach dem Schuss gehen die anderen ab wie zum 300 m Sprint. Ich schaffe nur kurz den Anschluss, falle dann aber zurück. Mit Müh und Not schaffe ich die letzten 2 von 7,5 Runden, die für die 1.500 m nötig sind. Aber eigentlich in einer guten Zeit: 3:05,22 bin ich seit langem nicht mehr gelaufen. Später stelle ich fest, das ist neuer Altersrekord - inzwischen auch anerkannt und in der Rekordliste, die Uwe Berg führt und unter www.rsv-gera.de veröffentlicht wird. Aber die Beine sind schwer und ich melde ich für die morgigen 3.000 m ab
Holger wird vom Startschuss an den Lutscher Roland Schwarz nicht los. Auf der vorletzten Geraden merkt er zwar noch, dass Roland vorbei will und kann ihn noch (regelgerecht) abklemmen, aber auf der Zielgeraden schafft Roland es dann doch noch vorbei. Hier darf Holger nicht von seiner Richtung abweichen und beendet das Rennen in 2:55,509 als Zweiter.
Der Skatetag endet mit den spektakulären Rennen der Hauptklassen. Sind schon die Frauenrennen so spannend, dass die Wanderskater, die mal gucken wollten, sich nicht losreißen können, so ist beim 20 km Ausscheidungsrennen die Hölle los. Stellt Euch vor, 20 km auf einer 200m-Bahn zu fahren, und das bei anstrengenden, überhöhten Kurven! Simone Kohls (Kiel/Gettorf) wagt sich in das 10 km Rennen der Damen - kann aber natürlich mit den erfahrenen Mädeln nicht mithalten. Sie schlägt sich aber wacker.
Sören Harder und Nicky Pust (beide Halstenbek) müssen sich im großen Feld der Männer auf die 20 km wagen. Sören stürzt frühzeitig unglücklich und scheidet aus. Nicky hält noch viele Runden durch, bis ihn dann die Ausscheidung erwischt. Zuerst steht die Phalanx der 8 Blaugelben, der Groß-Gerauer, nur gelegentlich von Toni Deubner unterbrochen, doch dann zieht Tilo Bock aus Dresden immer wieder nach vorne. Als 30er hätte er in seiner AK leichter einen Titel haben können, aber er sucht die Herausforderung. Die Stimmung kocht, wenn Tilo nach vorne geht. La Ola Wellen begleiten Tilo auf seinen Vorausfahrten. In einer der letzten Ausscheidungen passt er einmal nicht auf und ist draußen. hielt bis etwa zur Hälfte des Rennens durch.
Bei den 30jährigen Männern dominieren über die 3.000 und die 5.000 m die Schleswig-Holsteiner. Christian Gerhard gewinnt beide Rennen und Torben einmal Silber und einmal Bronze. Über 3.000 m kommt er nicht gut aus der Gruppe heraus. Beide fahren immer wieder nach vorne und werden von den Schleswig-Holsteinern heftig angefeuert.
Aber dann - endlich ein herausragender Erfolg für Holger. Endlich kann er den Bann des ewig-Zweiten durchbrechen, mit dem er dieses Jahr belegt war. Über 5.000 m startet er gleich nach vorne durch, kann Anschluss in der Gruppe der 50er finden und vergrößert so Runde um Runde den Vorsprung zu Roland. Die Zuschauer rund um das Oval johlen und feuern Holger an, denn Roland ist dafür bekannt, niemals Führungsarbeit zu machen. Nun bleibt ihm gar nichts anderes übrig. Die Stimmung erreicht den Höhepunkt, als die Gruppe sich mit Holger hinter Roland Schwarz einreiht - nun muss er die 50er und Holger ziehen! Dann sprinten die 50er los und auch Holger überrundet Roland und dreht nun seine einsamen Runden. Um ihn anzuspornen, brüllen wir uns alle die Kehle wund. Die Halstenbeker, Kieler und Gettorfer belohnen Holger in jeder Runde mit einer La-Ola-Welle! Und geschafft. Kurz hinter Holger geht Roland über den Zielstrich und gratuliert - aber er muss noch eine Runde laufen - das wollte er erst gar nicht glauben. In der DRIV-Speedskating Ergebnisliste steht sogar noch die falsche Zeit von Roland - die letzte Runde hat er sicher nicht in 4 Hundertstel Sekunden geschafft.
Bei den 3.000 Metern läuft es dann aber wieder ähnlich ab. Zwar kann Holger vor das Feld laufen, eine Zeit lang auch die 50er anführen, nachdem die ihn aber überholt hatten, beginnen sie aber zu bummeln und Roland kann wieder an Holger heranfahren. Nachdem Roland sich wieder im Windschatten Runde um Runde hatte schonen können, schiebt er dann noch seinen Fuß vor Holger Grön über die Ziellinie und wird wieder Erster.
Im Gegensatz zu den Männern wird bei den Frauen nicht gebummelt. Auch bei den 1.000 Metern geht es gleich wieder im vollen Tempo ab. Auch hier kann ich mit meiner Zeit von 1:58,154 zufrieden sein - immerhin ebenfalls deutscher Altersklassenrekord - und das ganz alleine, ohne Windschatten. Für den Anschluss an die 40er oder gar die 30er, der mir früher oft gelungen war, reichte das trotzdem nicht.
Natürlich reißen uns noch weitere spannende Rennen der Hauptklasse mit, doch die alle zu schildern, geht zu weit. Nur so viel: beim Punkterennen, in dem anfangs Benjamin Zschätzsch fast alle Punkte kassiert, muss Tilo dann doch nach vorne, weil die Groß-Gerauer ihn nicht dazwischen lassen wollen - so fährt er dem Feld voran und hält das, angefeuert aus dem ganzen Zuschaueroval, bis zum Ende durch: eine DM-Medaille in Bronze belohnt seinen Mut.
Bei den Herren dominierten die Groß-Gerauer, insbesondere Matthias Schwierz (Tuttlingen) im Sprintbereich und Daniel und Benjamin Zschätzsch aus Groß-Gerau und Toni Deubner aus Arnstadt-Eisenach. Bei den Damen waren es die Geranerinnen, die wie die Groß-Gerauer im Bereich der Herren auch schon die meisten Athletinnen stellten. Herausragende Sportlerinnen waren hier Jana Gegner (Berlin) im Sprintbereich und Michaela Neuling und auch Sandra Wieduwilt (Gera) auf anderen Strecken. 4 mal Bronze zeigten die Beständigkeit von Tina Strüver.
Am 31.07.2005 beginnen auf dieser schönen Anlage die Europa-Meisterschaften im Speedskating - es lohnt sich zuzuschauen.
(Karin Grön)
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