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Speedskaten im TriAs Flensburg e.V.

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32. real,- BERLIN-MARATHON

25. September 2005

Der Bereich um das Brandenburger Tor war weiträumig abgesperrt - Aktivenzone. Den zu umgehen war nicht einfach. Skate-Village mit vielen Buden, Hockeyvorführungen und Sebastian Baumgartner auf der Bühne - es war schon so einiges los, als wir Samstagmittag zum Epizentrum des Skatens kamen.
"Hallo!" - auf der einen Seite umarme ich Heike, auf der anderen Bärbel Unterdörfel. Ein Stück weiter Sofas, auf denen schwäbisch und schweizerisch geredet wird - die Jungingers von Skate In sind in der Nähe.
Start ist erst um halb fünf - wir hatten unser Hotel außerhalb der Stadt aber früh verlassen müssen und zum Glück einen Parkplatz nördlich der Strecke gefunden. Mit Ulli, die mit Ilona skaten wollte, hatten wir nur Handy-Kontakt, irgendwie bekamen wir uns nie zu sehen, wie auch die anderen beiden TriAs-Starter, Reiner und Iwer nicht.

Auf der Warmlaufstrecke üben schon früh die "Follow-me" Gruppen. Bei Thorsten Langner geht es zackig zu. Mit der Trillerpfeife wird der 1:20-er Gruppe der Takt vorgegeben, per Stimme werden die Sportler gedrillt, dicht aufzufahren. Jörg Kirste vom Skate-Team-Lübeck hat eine langsamere Gruppe übernommen - hier wird mit Anfassen geübt, die Entfernung zwischen den Skatern zu verringern "Nein, im Wettkampf natürlich nicht". Susanne Sukrow scheint eine Anfängergruppe übernommen zu haben - auch hier wird Hand-in-Hand hintereinander geskatet. Komisch, Skaten scheint der einzige Sport zu sein, bei dem sich niemand um die Regeln kümmert, Anfänger werden sogar zur Missachtung verleitet.

Unter den Linden werden inzwischen schon die Gitter und der Zielbogen aufgebaut, wir gönnen uns noch ein Eis auf dem Pariser Platz, dann muss Holger sich so langsam auf den Start vorbereiten. Ich nehme die S-Bahn "zur Stadt", beobachte dann die Kidsraces auf einem Streckenabschnitt vor dem Ziel und stelle mich anschließend auf Höhe der Friedrichsstraße auf. Die Straßenränder sind eng gesäumt von Zuschauern. Immer wieder drängen die Leute mitsamt dem Absperrband in die Straße hinein, immer wieder laufen Leute über die Straßen.
Dann die ersten Autos, die Spannung steigt. Es kommt nichts - die Leute wechseln wieder eilig oder auch sehr gemütlich die Straßenseiten, nun Motorräder mit Fotografen - immer noch nichts. Dann Blaulicht und die Ansage, "bitte weiter zurück treten". Nochmal Motorräder und dann die erste Gruppe, wild sprintend. Wirklich erkennen, wer vorne ist, ist unmöglich, die Gruppe ist schon vorbei. Später dann vereinzelt, erstaunlich weit hinten, Toni Deubner, Matthias Schwierz, ein kaputter Torben Woelki, in rosa Andre Unterdörfel, wieder große Gruppen, dann die Frauengruppe. Endlich ein Skater im blauschwarzen Anzug - aber die Aufschrift hinten passt nicht. Dann auf der anderen Seite: Holger - ich schreie, vergesse mit dem Fotoapparat zu zielen - ein Fuß ist drauf, aber nicht von Holger. Immer wieder zwischendurch Bekannte. Da - der olle Anzug von Iwer - den hab ich aber drauf - etwas verschwommen, aber immerhin. Werner Plaumann zieht vorbei. Auf meiner Straßenseite sehe ich Reiner`s Rücken im neuen Trikot. So langsam muss ich in Richtung Ziel, um rechtzeitig Holger und Maja, die ihre Freundin besucht hatte, zu treffen. Immer wieder gucken, aber Ulli und Ilona muss ich wohl übersehen haben. Näher am Ziel kann ich auch Sprecher Sebastian hören, der viele Finisher per Mikro mit Namen anspricht. Er peitscht die Leute hoch, ruft, so soll Skaten sein - Spaß in der Gruppe, kein Schmerz, kein Ärger.

32. real,- BERLIN-MARATHON - Iwer Rossen kurz vor dem Ziel (?) 32. real,- BERLIN-MARATHON

Dass es beim Marathon durchaus Schmerzen und Ärger gegeben hat, erfahre ich dann von Holger, obwohl in der Presse anderes behauptet wird. Iwer und er sind ca. 5 km nach dem Start, nach der Verengung von 6 Spuren auf 2 auf einen Menschenhaufen gestürzt, der mindestens schon 2 Lagen dick war. Auf sie fielen noch mehr Skater - die unten liegenden schrieen, um die Gruppe herum lagen verstreut Flaschen, sogar ein Chip - Holger erzählte von viel Blut. Iwer konnte sich schnell befreien, Holger aber auch zügig. Zu Anfang wurde in den Gruppen verhalten geskatet, aber später stürzte Iwer noch einmal. Dieses Mal viel schlimmer - er brauchte Minuten, um sich zu erholen. Helm kaputt, aber Kopf heil. Auch Reiner, der etwas später kam, und Ilona und Ulli in einer der nächsten Gruppen sahen noch Menschen am Boden liegen, von Sanitätern versorgt. Wie man im Forum las, hatten einige den größten Teil der Nacht in Krankenhäusern verbracht, mindestens ein Sportler musste dort bleiben. Holger und Iwer meinten, ohne den Massensturz hätten sie gut den Vereinsrekord knacken können. Im Forum wurde das "Gruppenkuscheln" genannt. Ähnliches, aber nicht so Gefährliches soll sich in der A-Gruppe schon vor der Startlinie abgespielt haben. Totale Überdrehtheit wegen Rekordsucht wurde diagnostiziert. Die Orga war nicht schuld, die wurde sehr gelobt.

32. real,- BERLIN-MARATHON
32. real,- BERLIN-MARATHON

Bei Holger wurde die Endzeit dann 1.15:35 (3. der AK 60) und bei Iwer nach der zweiten Auszeit 1:19:41. Reiner war nach einer starken ersten Hälfte in der zweiten abgebrochen und schaffte 1:27:42, vielleicht hatte sein Körper sich schon auf den nächsten Tag vorbereitet. Von Reiner gibt es noch einen Extrabericht. Er ist ja am nächsten Tag noch einmal gestartet, aber zu Fuß.

Ulli und Ilona sind zusammen gelaufen, haben es genossen und keine gefährlichen Erlebnisse gehabt. "Wir halten uns ja raus", meinte Ulli und grinste. Mit 1:36:53 sind beide Bestzeit gelaufen und entsprechend zufrieden: "Ilonas Eltern haben mich total verwöhnt, und sie haben uns total engagiert angefeuert!".

(Karin Grön)




Nach einer staureichen Anfahrt von 6 Stunden trafen Ute (Ehefrau) und ich bei den Messehallen ein. Hier liefen uns Ulli und Ilona über den Weg, die ihre Startunterlagen bereits abgeholt hatten. Leider konnten die Startnummernausgeberinnen mit meiner kombinierten Lauf- und Skateanmeldung nichts anfangen. Sie meinten, dass das doch gar nicht ginge (Skaten und Laufen). Ein "Oberaufseher" konnte das dann klären und händigte mir die Unterlagen aus.
Anschließend gab es Nudeln satt.

Außer Ulli und Ilona waren auch Holger und Iwer beim Marathon am Start, die in Startblock B ganz vorne standen. Beide hatten sich Vereinsrekord bzw. Bestzeit vorgenommen. Ich blieb weiter hinten im Block, musste ja nur einigermaßen heil durchkommen, weil die richtige Herausforderung erst am Sonntag auf mich zu kam.

Puh, was hatte ich mir bloß eingebrockt.
Beim Skaten kam ich so lala durch - ohne Sturz, obwohl es 2 mal knapp davor war. Aber die Zeit war nicht vom Feinsten. Viel Pech hatten Holger und besonders Iwer. Iwer war nach dem Rennen sehr nachdenklich und enttäuscht.

Aber es gab auch strahlende Gesichter. Ulli und Ilona sind überglücklich nach gut 1:36 h gemeinsam durchs Ziel gefahren. Glückwunsch an beide.

Abends tranken wir auf der Party noch 2-3 Gerstenkaltschalen, aßen zusammen indonesisch, was Ute, Ilona und mir "Montezumas Rache" bescherte. Oder lag`s am Bier?
Am nächsten Tag: 05:45 Uhr aufstehen, Müsli machen, Sachen packen, um gegen 8:00 Uhr im Startbereich einzutreffen. Bei km 16, 21, 36 und im Ziel warteten meine treuen Helfer und Anfeuerer, ohne die ich das Ziel wahrscheinlich nicht aus dieser Perspektive gesehen hätte. Vielen Dank an Ute, Ilona und Ulli! Nach 4:15 h lief ich - restlos kaputt - aber glücklich durch`s Brandenburger Tor. Das wird aber wohl ein einmaliges Erlebnis bleiben!

(Reiner Tuma)

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