Skate-Team-Flensburg
Speedskaten im TriAs Flensburg e.V.
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Extrem-NordicWalking:
Spaziergang durch den Glücksburger Schloßteich
November 2005
Nordic Walking ist langweilig, ungefährlich und völlig unsportlich.
Am einem Sonntag im November, als wir endlich mal wieder mehr als 2 Teilnehmer waren, wanderten wir wegen der vorherigen Regenfälle, die in manchen Gegenden sicher zu einer furchtbaren Vermatschung geführt haben, auf dem Nordic Walking Pfad, den die Glücksburger Kurverwaltung für solche Fälle eingerichtet hat.
Um den "Spaziergang" ein wenig interessanter zu gestalten, schlug ich vor, einmal UM den Schlossteich zu wandern. Kaum hatten wir das Schloss hinter uns gelassen, als Fred bereits auf dem Teichgrund wanderte. Wie Ihr ja wisst, wurde das Wasser abgelassen, damit man die dort vermuteten Mönchsgräber mal sehen kann und so.
Erstaunlicherweise schien der Boden fest und Susanne meinte, lass uns auch, wer weiß, wann das mal wieder möglich ist. Also alle in den Teich. Dort verrichteten wir gute Werke, indem wir auf unserem Weg dürstende Teichmuscheln in die verbliebene Lache zurückbeförderten. Mit Muscheln ist gut plätschern, entdeckten wir dabei. Werfen mit angebundenen Stöckern ist sonst auch nicht so einfach, und zu dicht an das Wasser wollten wir auch nicht. Neben ein paar Sanitärartikeln fanden wir eine zerbrochene Schallplatte. Wir meinten alle, die Caprifischer wieder erkannt zu haben. Eine ausgetrocknete Rinne wurde von allen, außer mir Feigling durchwatet. Na gut, der Schlamm war nur 2 cm hoch. Dann ging es weiter in Richtung Seniorenresidenz. Irgendwie wurde der Schlamm nach der 2. Rinne tiefer, wie man an unserem "Vorgänger" Fred unschwer erkennen konnte, dessen Füße nicht mehr ganz trocken sein konnten. Wir beschlossen, an Land zu steigen.
Fred erwies sich als unseren Überredungskünsten nicht zugänglich. Später behauptete er, wir hätten gesagt, geh weiter, Fred. Glucksend (unten im Schlamm, oben aus dem Hals) stiefelte er durch knietiefen Schlamm zielstrebig auf die Seniorenresidenz zu, wo man an Land gehen musste, weil unweit das Wehr nahte, durch das der Teich in einen Bach fließt. Normalerweise.
Als wir von Land zurückblickten, war Fred plötzlich bis zu den Lenden versunken. Mit den Stöcken versuchte er, sich herauszuarbeiten, dabei kicherte er noch. Wir liefen um einen Busch, um uns von vorne zu nähern. Als wir wieder sehen konnten, steckte Fred irgendwie bis zu den Schultern im Schlamm und sah nicht mehr so glücklich aus. Kaj fand einen langen Ast, den konnte er Fred reichen. Zum Glück hielt der Boden wenige Meter von Fred wieder - vielleicht hatte Fred ja den Eingang zum klösterlichen Weinkeller entdeckt.
Erst sah es aus, als stecke Fred endgültig fest. Doch dann so langsam, cm für cm zog er sich am Ast aus dem Teich, Kaj brauchte nur festzuhalten. Wieder an Land sah Fred etwas schwärzlich aus - ein schneller Schauer wusch aber einige Moderteilchen ab.
Dann machten wir uns auf den Weg nach Meierwik - durch den Schlosspark, über die Kurpromenade, über den Quellentalberg. Es gab viel zu lachen und zu scherzen, vor allem mit den Leuten, die uns entgegen kamen und etwas fragend guckten. Vor lauter Lachen packte sich Ulli dann noch mitten auf dem Quellentalberg auf den Rücken - erneute Lachanfälle von allen waren die Folge.
Wir behielten ein ordentliches Tempo bei, damit Fred unterwegs nicht erfror.
Bei den Autos angekommen, boten wir Fred, der eigentlich noch nach Hause laufen wollte, Decken zur Schonung der Inneneinrichtung seines Autos an - natürlich wählte er die spartanischste. Dann zog er sich bis auf die Unterhose aus, verpackte seine Klamotten in Plastikbeuteln und fuhr der warmen Dusche und der Waschmaschine entgegen.
Wie er sich im Schlossteich gefühlt hat, müsste er aber selbst schildern.
(Karin Grön)
Gegendarstellung:
Bis jetzt wurde noch nicht deutlich genug darauf hingewiesen, daß der fast gänzlich trockengelegte See überall gleich aussah. Es war unmöglich zu sagen, ob man mit dem nächsten Schritt auf festen Boden oder auf recht flüssigen Schlamm trifft. Aus der Ferne hatten wir einige Stellen als gefährlich eingestuft, die sich später aber als harmlos herausstellten. Na, ja und den umgekehrten Fall hat es wohl auch gegeben.
Ich hatte auch mit keiner größeren Überraschung gerechnet zumal das Ufer schon fast zum Greifen nahe war. Außerdem ist das Abweichen von einem einmal gewählten Kurs nur was für Weicheier und nicht für Nordic Walker. Bis zur Hüfte war es auch noch ganz witzig, was macht man nicht alles um die Sportkollegen zu erheitern. Nur als es anstatt vorwärts nur noch abwärts ging, ist mir das Lachen doch im Hals stecken geblieben.
Das Strampeln im Schlamm ist übrigens recht anstrengend, da wäre so eine Wassergymnastik in der Ostsee eine echte Erholung gewesen. Als mir bewußt wurde, daß ich mich ohne fremde Hilfe nicht aus der mißlichen Lage befreien kann, wurde mir dann doch ein wenig komisch. Von den Sonntagsspaziergänger kamen nur blöde Sprüche und auf Hilfe hätte man da wohl lange warten können.
Auch wenn wir dabei eine ganze Menge Spaß dabei hatten, zur Nachahmung kann ich den Nordic-Mud-Workout nicht empfehlen. Ohne qualifiziertes Rettungspersonal so oder so nicht. Ich mag auch nicht daran denken was mit unbeaufsichtigten Kindern passieren könnte.
(Fred Berghoff)
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